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HÖHER SCHNELLER WEITER

mit 4 Kommentaren

Eigentlich wollte ich mich nicht zum Thema “Loveparade 2010″ äußern, denn es gibt schon genug Stimmen dazu im Internet. Da jetzt aber auch die Warnowtunnel-Party am 11. September in Rostock jedoch keine Genehmigung bekommen hat, möchte ich mich als Mensch der Branche dazu äußern.

Schon letztes Jahr fand ich die Wahl der Location nicht gut. Millionen Liter Wasser über einem, Leute die Drogen nehmen, Betrunkene und ein Tunnel ist nun mal keine Partylocation. Was passiert wenn Leute in der Masse zusammenbrechen? Sind da so schnell Sanitäter oder Ordner vor Ort? Wenn ich mir das Bild heute in der OZ vom letzten Jahr angucken, glaube ich kaum, daß man da so schnell reagieren  hätte könnte. Laut Presse gab es ja genug Sicherheitsrisiken. Leute, die die A19 langspazieren etc.! Und seit dem Vorfall bei der Loveparade letztes Wochenende sollte man doch nochmal darüber nachdenken, ob so ein Event die ganze Sache wert ist. 20 Menschen mußten sterben, weil das Image einer Stadt und einer Fitnessstudio-Kette wichtiger waren, als die Sicherheit von Tausenden von Menschen. Da jeder von uns die Zahlen kennt, möchte ich sie nicht nochmal wiederholen.

Fakt ist, daß heutzutage alles immer BESSER, HÖHER, SCHNELLER, TOLLER etc. sein muß – man da aber irgendwie keine Rücksicht auf Menschenleben nimmt. Hauptsache der Profit stimmt.

Ich kann verstehen, daß jetzt bei Plaspo “die Kacke am Dampfen” ist und sicherlich wurde in Schwerin auf Grund der aktuellen Ereignisse so gehandelt. Allerdings sollte man im Vorfeld schon überlegen, ob solche Events nötig sind. Sie sind zwar außergewöhnlich und anders, als das was man sonst kennt, aber dafür gibt es auch wesentlich mehr Risiken, die man nicht unterschätzen sollte.

Geschrieben von dlitemedia

28. Juli 2010 um 12:02

Veröffentlicht in EVENTS

4 Antworten

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  1. “Als Mensch aus der Branche:” Duisburg ist eine Katastrophe. Keine Frage: Aber hier sieht man mal wieder das typische an der “Branche”. Kein Mensch gönnt dem anderen auch nur ein bißchen was. Sowas kann man, egal wo, niemals mit 100 % ausschließen. Sollen wir jetzt aufhören, feiern zu gehen? Da würdest auch du mit deinen Partys drunter leiden. Oder kannst du mit 100 % Sicherheit garantieren, dass auf deiner Party ALLE Risiken beseitigt sind? Das kann niemand. Aber deswegen jetzt alle Veranstaltungen abzusagen, die mehr als 1000 Gäste haben ist absoluter quatsch. Und was ist zur Hanse Sail? 1 Mio Menschen und diese können auf eine vielbefahrene Bundesstraße oder ins Wasser ausweichen bei einer Massenpanik. Loveparade und Tunnelparty kann man nicht vergleichen. Und nur mal zur Infos: Es gab bei der Tunnelparty links den Rettungsweg für Security und Helfer und rechts 6 Notausgänge alle 150 Meter. In 2 Minuten kann der komplette Tunnel gesperrt werden und die Leute können durch die zweite Röhre die Party im Notfall verlassen.
    Das rechtfertig nicht die 21 Toten auf der Parade – aber dort wurden massive Fehler begangen. Und keiner von uns hat Einblick in Sicherheitsbestimmungen der Tunnelparty. Also sollte man sich solchen Äußerungen gut überlegen, ansonsten bleibt nur der Hauch von Neid … und nicht das Mitleid mit den Opfern und die Sorge um die Partygäste …

    tom

    28. Juli 2010 um 13:57

  2. Mein Posting hat nichts mit Gönnen oder nicht Gönnen zu tun. Ich bin nur der Meinung, daß es nicht die verkehrteste Entscheidung ist, nach dem Drama auf der Loveparade, die Warnowtunnelparty erstmal nicht zu genehmigen. Es kann ja ein neuer Antrag gestellt werden. Wir kennen ja auch nicht die Sicherheitspläne für dieses Event. Aber die Leute werden sich schon was bei gedacht haben, wenn sie kein grünes Licht geben. Die ganzen Wege für die Hanse Sail werden ja nun auch nochmal geprüft, was wichtig und richtig ist. Duisburg hat gezeigt, daß man manchmal vielleicht ein wenig zu leichtsinnig mit sowas umgeht.

    By the way, bei meinen Parties sind nicht so viel Leute, daß mit einer Massenpanik zu rechnen ist. Und wenn ich eine Party veranstalte, geh ich bestimmt nicht von aus, daß da jemand sterben könnte. In dem Fall möchte ich schon ausschliessen können, daß sowas nicht passiert.

    dlitemedia

    28. Juli 2010 um 14:17

  3. Es geht ja auch nicht darum, dass es eine Massenpanik gibt, sondern dass man nie ausschließen kann, dass was passiert. Wir haben bisher Glück gehabt, dass es weder bei Großveranstaltungen noch bei Partys bisher größere Probleme gab. Aber deswegen alles zu verbieten, halte ich für den falschen Weg.
    Tut mir leid, wenn ich deinen Post falsch verstanden habe, aber ich habe beim Lesen nunmal das Gefühl, dass es hier weniger um die Sorge um Mitmenschen geht: “Schon letztes Jahr fand ich die Wahl der Location nicht gut. Millionen Liter Wasser über einem, Leute die Drogen nehmen, Betrunkene und ein Tunnel ist nun mal keine Partylocation.”
    Das Wasser ist immer da – auch wenn Menschen mit dem Auto durchfahren oder Sonderveranstaltungen (HanseTour Sonnenschein etc) stattfinden. Dass Leute Drogen nehmen, hat mit der Veranstaltung nichts zu tun & auch nicht mit der Location. Ich garantiere dir, dass in JEDEM Rostocker Club Drogen genommen werden (dazu gab es auch mal eine Untersuchung vor 2 Jahren von der Uni Rostock …). Ein Tunnel ist keine Partylocation: Ebenso wenig wie ein Restaurant, ein altertümlicher Keller, ein Luftschutzbunker, der Strand … etc. Wenn´s danach geht, dann dürfen wir nichts mehr machen, können uns am Friedhof anstellen und warten, bis wir dran sind …

    tom

    28. Juli 2010 um 14:39

  4. Alles zu verbieten halte ich auch für Schwachsinnig! Dann können wir uns wirklich schon mal auf dem Friedhof anstellen. Ich denke, daß Schwerin die ganze Sache sowieso nochmal prüfen wird. Es muß ja Gründe geben, warum sie es nicht genehmigt haben. Das machen die ja auch nicht, weil die nichts zu tun haben. Wie gesagt, ich kanns total verstehen, daß das eine Reaktion auf Duisburg ist. So hätte wohl jede Stadt bei so einem Event reagiert. Alleine weil der Druck so gross ist. Das Thema wird von den Medien noch zusätzlich gehyped. Was anderes hätte ich auch ganz ehrlich nicht erwartet.

    Na ja, ist schon klar, daß in jedem Club Drogen genommen werden. Nur ist die Electro- & Technoszene nun mal auch dafür berühmt, daß die allmöglichen Scheiss nehmen.Und gerade bei solchen Events sollte man das meiner Meinung nach mit einkalkulieren. Als Veranstalter so eines Events zu denken, daß das nicht der Fall ist, wäre naiv.

    dlitemedia

    28. Juli 2010 um 15:06


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